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Acarbose(f)
DefinitionAntidiabetikum.
Details

Acarbose

Acarbose ist ein sog. Alpha-Glukosidase-Inhibitor. Es handelt sich um ein Naturprodukt, das aus Bakterien der Familie der Aktinoplanaceen gewonnen wird. Dieses besitzt eine etwa 10.000-fach höhere Affinität zu dem aktiven Zentrum der Alpha-Glukosidasen des Bürstensaums des Dünndarms als die Di-, Oligo- und Polysaccharide der Nahrung. Dadurch kommt es zu einer Hemmung dieser Enzyme der Kohlenhydratverdauung. Die Freisetzung von Glukose wird verzögert und größere Mengen unverdauter Kohlenhydrate gelangen in den unteren Dünndarm und das Kolon. Mögliche Indikationen sind Typ-II- sowie auch Typ-I-Diabetes.Besonders geeignet ist Acarbose für adipöse Typ-2-Diabetiker mit erhöhten postprandialen Glukosewerten.

 

Anwendung

Acarbose sollte bei Therapiebeginn einschleichend dosiert werden (Dosierung siehe Angaben der Hersteller).

Metabolismus

Der aus dem Magen-Darm-Trakt resorbierte Anteil von unveränderter Acarbose liegt zwischen 0,7 und 1,6 % der verabreichten Dosis.

Acarbose und seine Abbauprodukte werden rasch und vollständig eliminiert. Ca. 79 % der Dosis werden im Stuhl wieder gefunden. Etwa 20 % wird im Darm abgebaut. Die Spaltprodukte werden resorbiert und vorwiegend über die Nieren ausgeschieden. Acarbose muss mit dem Essen, am besten mit dem ersten Bissen der Mahlzeit, eingenommen werden.

Neben- und Wechselwirkungen

Abdominelle Beschwerden mit Flatulenz und Meteorismus infolge bakterieller Verdauung eines Teils der Kohlenhydrate im Dickdarm sind die häufigsten Nebenwirkungen, deren Auftreten und Stärke von der Menge und Art der zugeführten Kohlenhydrate sowie der eingenommenen Dosis abhängig sind. Diese unerwünschten Effekte bilden sich zumeist im Verlauf der Therapie zurück. Diarrhoeen sind selten und zwingen dann meist zum Absetzen des Präparats. Vereinzelt kommt es zu flüchtigen Transaminasenerhöhungen und Eisenmangel.

Antacida, Colestyramin, Enzympräparate und Adsorbentien können die Wirkung abschwächen. Bei Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin sind Hypoglykämien möglich, die mit Glukose therapiert werden müssen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion, chronischen Darmerkrankungen sowie bei Zuständen, die sich durch eine vermehrte Gasbildung im Darm verschlechtern können, wie z. B. Hernien, ist Acarbose nur mit Zurückhaltung einzusetzen.

Kategorie⇨ Pharmakologie
Hauptautor(en)Redaktion schaefermueller publ.
Redaktionelle BearbeitungRedaktion schaefermueller publ.
Zuletzt bearbeitet2019-06-13 19:12:45 von Redaktion schaefermueller publ.
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