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Futtermittelallergie(f)
DefinitionLiegt eine abnormale Reaktion auf ein Futtermittel vor, wird allgemein von einer adversen Reaktion oder Unverträglichkeit gesprochen. Diese lässt sich weiter in eine immunvermittelte Reaktion (Futtermittelallergie/-hypersensitivität) und eine nicht immunvermittelte Futtermittelintoleranz einteilen.
Details

Futtermittelallergien und -intoleranzen bei Hund und Katze

Zusammenfassung
Definitionen
        Futtermittelintoleranz
        Futtermittelallergie
        Weitere Reaktionen auf Futtermittel
Ätiologie der Futtermittelallergie
Pathogenese der Futtermittelallergie
        Intestinale Schutzmechanismen
        Orale Toleranz
Diagnostik
Schlussfolgerungen für die Praxis
Fallbeispiele
Rezeptvorschläge für die Praxis
Weiterführende Literatur

 

Zusammenfassung

Futtermittunverträglichkeiten bei Hunden und Katzen sind ein häufiges Problem in der tierärztlichen Praxis. Man unterscheidet zwischen einer Allergie, bei der ein immunologischer Mechanismus zugrunde liegt, und einer Intoleranz gegen ein bestimmtes Futtermittel, bei der keine Beteiligung des Immunsystems vorliegt. Klinisch sind beide Formen der Futtermittelunverträglichkeit nicht voneinander zu unterscheiden, die betroffenen Tiere können gastrointestinale Beschwerden oder dermatologische Symptome aufweisen. Die Diagnose gestaltet sich häufig schwierig und ist nur durch eine Eliminationsdiät (und möglichst nachfolgender Provokation) sicher möglich. Labortests, wie beispielsweise der Immunglobulinnachweis im Serum der Tiere, eignen sich allenfalls zur ergänzenden Diagnosesicherung. Hier können die Ergebnisse insbesondere als Information dafür genutzt werden, welche Futtermittel von dem Hund oder der Katze gut vertragen werden. Bei einer Eliminationsdiät wird zunächst eine Proteinquelle gesucht, mit der der Patienten bislang keinen Kontakt hatte. Bei guter Verträglichkeit können im Anschluss eine geeignete Kohlenhydratquelle (z. B. Kartoffeln, Nudeln, Reis), Fett bzw. Öl (z. B. Schmalz, Sonnenblumen-, Fisch- oder Leinöl) sowie Mineralstoffe und Vitamine ergänzt werden. Die Suchphase sollte für jedes neue Futtermittel mindestens drei Wochen betragen. Wurde eine geeignete Diät zusammengestellt, muss diese unter Umständen dauerhaft eingesetzt werden.

Definitionen

Liegt eine klinisch abnormale Reaktion auf ein Futtermittel vor, wird all gemein von einer adversen Reaktion oder Unverträglichkeit gesprochen. Diese lässt sich weiter in eine nicht-immunvermittelte (Futtermittelintoleranz) und eine immunvermittelte (Futtermittelallergie/-hypersensitivität) Reaktion einteilen (Abb. 1).

Futtermittelintoleranz

Bei den nicht-immunvermittelten Reaktionen differenziert man zwischen toxischen, pharmakologischen, metabolischen und idiosynkratischen Mechanismen.

Toxische Reaktionen können bei Aufnahme von verdorbenen oder kontaminierten Futtermitteln auftreten. So können beispielsweise verschiedene Mykotoxine oder auch bakterielle Toxine (z. B. von Clostridien, Staphy lokokken oder Bacillus cereus) gastrointestinale Beschwerden bei Hunden und Katzen auslösen oder begünstigen. Pharmakologische Reaktionen treten infolge einer pharmakologischen Wirkung von bestimmten Stoffen im Futter auf (z. B. Methylxanthine in Schokolade).

Bei metabolischen Reaktionen liegen Veränderungen beziehungsweise Störun gen im Metabolismus des Organismus zugrunde, z. B. bei bestehenden gastrointestinalen Erkrankungen oder bei einem Enzymmangel. Ein Beispiel für eine metabolische Futtermittelreaktion ist die Laktoseintoleranz bei Hunden und Katzen (Abb. 2). Während im jungen Alter die Verwertung von Laktose durch eine hohe Laktaseaktivität gut ausgebildet ist, nimmt diese enzymatische Fähigkeit zur Aufspaltung von Milchzucker mit dem Alter ab. Hunde und Katzen können dann in der Regel nur noch geringe Mengen an Milch vertragen (max. 20–40 ml/kg Körpermasse (KM)/Tag). Bei einer höheren Aufnahme kann die Laktose nicht mehr in einem ausreichenden Maß im Dünndarm verdaut werden und gelangt in den Dickdarm. Dort wird sie mikrobiell verstoffwechselt, wodurch Verschiebungen in der Bakterienflora (Dysbiosen) und nachfolgend Verdauungsprobleme wie Flatulenz oder Diarrhoe entstehen können.

Futtermittelallergie

Bei einer Futtermittelallerie findet eine immunologische Reaktion gegen bestimmte Antigene aus dem Futter statt. Man unterscheidet allgemein zwischen einer Sofortreaktion (Auftreten von Symptomen innerhalb von Minuten), einer Intermediärreaktion (Symptome innerhalb einiger Stunden) und einer Spätreaktion, bei der die Symptome erst Stunden bis Tage nach der Antigenaufnahme auftreten (Abb. 3 und 4). Insbesondere im letzten Fall ist es für den Praktiker häufig schwierig, die Ursache der Allergie zu ermitteln.

Weitere Reaktionen auf Futtermittel

Nach einer weiteren Definition müssen Futtermittelunverträglichkeiten von Erkrankungen infolge plötzlicher Futterumstellungen, einer übermäßigen Futteraufnahme, einer Aufnahme ungeeigneter Futtermittel oder einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Dünndarms (intestinale Dysbiose) abgegrenzt werden. So kann beispielsweise die vermehrte Aufnahme von schwer verdaulichem Eiweiß zu Verdauungsstörungen führen (Abb. 5). Werden bindegewebsreiche Futtermittel wie Schlachtabfälle (Pansen, Ochsenziemer etc.) in größeren Mengen aufgenommen, können diese im Dünndarm nicht ausreichend verdaut werden. Als Folge gelangt unverdautes Eiweiß vermehrt in den Dickdarm und wird dort von den Bakterien abgebaut. Dies begünstigt Dysbiosen und führt zudem zu einer Belastung durch Eiweißabbauprodukte wie Ammoniak sowie zu einer vermehrten Gasbildung. Als Folge können die Tiere Durchfall und/oder Flatulenz aufweisen.

Ätiologie der Futtermittelallergie

Allergien werden in der Regel durch Nahrungsprotein hervorgerufen, grundsätzlich können jedoch sämtliche Futterkomponenten, die regelmäßig bei Hunden und Katzen eingesetzt werden, allergen wirken. Obgleich die Angaben zum Molekulargewicht des allergen wirkenden Proteins bei Hunden und Katzen in der Literatur teils variieren (10–40 kDa bzw. 51–58 kDa), kann festgehalten werden, dass die Allergenität vor allem aus der Größe der Proteinmoleküle resultiert. Die beim Proteinabbau entstehenden freien Aminosäuren und kleinen Peptide wirken nur schwach allergen. Entgehen Eiweiße hingegen einer enzymatischen Bearbeitung und Verdauung, kann eine allergische Reaktion ausgelöst werden.

Häufige Futterallergene bei Hunden und Katzen sind verschiedene Fleischsorten (Rind, Huhn, Schwein, z. T. auch Pferd oder bei der Katze Fisch) sowie Milch- und Sojaprodukte, Eier und Getreide. Bei Getreide ist es möglich, dass nicht das Gluten die Allergie auslöst, sondern andere Getreideeiweiße. Während beim Menschen die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) von besonderer Bedeutung ist, wurde diese beim Hund bislang nur beim Irish Setter nachgewiesen. Hier trat eine familiäre Häufung auf, und züchterische Maßnahmen haben schließlich dazu geführt, dass inzwischen auch bei dieser Rasse keine Fälle einer Glutenunverträglichkeit mehr berichtet werden.

Nicht selten sind bei Hunden und Katzen auch multiple Hypersensitivitäten vorzufinden, d. h. die Tiere reagieren auf mehr als eine Proteinquelle. Tatsächliche Kreuzreaktivitäten, wie sie in der Humanmedizin häufig beschrieben sind, scheinen bei Hunden und Katzen hingegen nicht vorzuliegen.

Obgleich häufig vermutet wird, dass Futterzusätze wie Farb- und Konservierungsstoffe oder Aromastoffe Allergien bei Hunden und Katzen auslösen, finden sich in der Literatur nur zwei entsprechende Fallberichte für die Katze und keine Belege beim Hund. Dennoch kann vermutet werden, dass Zusatzstoffe möglicherweise als unvollständige Antigene (Haptene) von Bedeutung sind.

Gelegentlich finden sich zudem Berichte, dass Hunde oder Katzen vitaminierte Mineralfuttermittel nicht gut vertragen. Ursache hierfür könnten herstellungsbedingte Spuren von tierischem Protein in den Produkten en darstellen. Um dennoch eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen sicherzustellen, können Kalziumkarbonat und -phosphat, Kochsalz sowie eine wöchentliche Gabe von Leber (der entsprechenden Tierart, von der auch der Fleischanteil in der Ration stammt) eingesetzt werden (siehe „Konsequenzen für die Praxis“).

Pathogenese der Futtermittelallergie

Die zugrunde liegenden Mechanismen einer Allergie bei Hund und Katze sind bislang nicht vollständig erforscht. Insbesondere die Hautreaktionen sind weitgehend ungeklärt, wohingegen mehr über die immunologischen Reaktionen im Darm bekannt ist (Abb. 6). Die mit dem Futter aufgenommenen Antigene werden hauptsächlich über die Peyerschen Platten aufgenommen und gelangen zu den Lymphknoten, wo sie eine Aktivierung von Immunzellen bewirken. Anschließend verteilen sich diese über andere Kompartimente, z. B. über die Leber, und gelangen von dort wieder in den Darm und lösen nachfolgend eine Immunreaktion aus. Neben zellulären Reaktionen kommt es zu einer vermehrten Bildung von Antikörpern sowie zu einer Sekretion von bioaktiven Substanzen, z. B. von proinflammatorischen Zytokinen. Die beschriebenen Immunreaktionen lösen schließlich die bekannten gastrointestinalen Symptome wie Vomitus, Diarrhoe, Gewichtsverlust oder abdominale Schmerzen aus.

Obgleich der Großteil der Immunreaktionen als Konsequenz einer Antigenaufnahme über die Peyerschen Platten erfolgt, können Antigene zu einem kleineren Anteil auch auf anderen Wegen eine immunologische Reaktion hervorrufen. So werden die Antigene von antigenpräsentierenden Zellen (dendritische Zellen, Makrophagen) aufgenommen und den Immunzellen des Darms präsentiert. Als Folge kommt es zu den oben beschriebenen humoralen und zellulären Immunantworten.

Zur Verhinderung einer Hypersensitivitätsreaktion auf bestimmte Futtermittel finden im Darm parallel verschiedene Prozesse statt: Einerseits wird durch immunologische und nicht-immunologische Schutzmechanismen der Eintritt von Allergenen und Pathogenen verhindert, andererseits wird aber auch die Aufnahme von geringen Antigenmengen ermöglicht, um eine orale Toleranz zu induzieren. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer so genannten „Doppelfunktion des Darms“ (Abb. 7).

Intestinale Schutzmechanismen

Die Aufnahme von potenziellen Allergenen wird insbesondere durch die intestinale Schleimschicht verhindert. Diese stellt einerseits auf der Schleim haut des Darms einen wirksamen mechanischen Schutz vor einem Allergeneintritt dar und weist andererseits als wesentliche immunologische Komponente hohe Konzentrationen an sekretorischem IgA auf, welches mit Futterantigenen Komplexe bildet und dadurch ihre Aufnahme über den Darm verhindert. Darüber hinaus wird sekretorisches IgA auch direkt in das Darmlumen sezerniert und führt dort ebenfalls zu einer Neutralisierung von Antigenen. Ein Mangel an sekretorischen Antikörpern, wie er beim Deutschen Schäferhund häufiger vorkommt, kann die Entstehung von Allergien entsprechend begünstigen.

Orale Toleranz

Die Ausbildung einer oralen Toleranz gegen Futterallergene sowie gegen die endogene Mikrobiota wird durch das darmassoziierte lymphatische Gewebe (GALT = gut associated lymphoid tissue) vermittelt. Hierfür passieren stets kleine Mengen an Antigenen (0,02–2 %) die Darmschranke und werden dem GALT präsentiert. Die Mechanismen der oralen Toleranz umfassen die Induktion von T-Suppressorzellen, die klonale Deletion (Zerstörung von Immunzellen, die als Reaktion auf ein Futterantigen aktiviert wurden und eine Immunreaktion auslösen würden) und die klonale Anergie (Verlust der Reaktivität gegen Antigene). Versagen die Mechanismen der oralen Toleranz, kommt es zur Ausbildung einer Futtermittelallergie.

Im Zusammenhang mit der Ausbildung einer oralen Toleranz gegen Futterallergene ist zu verdeutlichen, dass die Durchlässigkeit des Darms von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. So führen Entzündungsgeschehen, wie sie beispielsweise bei chronischen Durchfällen vorliegen, zu einer erhöhten Darmpermeabilität. Dadurch ergibt sich ein erhöhtes Risiko, dass die Tiere vermehrt antigenwirksames Material aus dem Darmlumen aufnehmen und eine Futtermittelallergie entwickeln. Auch das Alter spielt eine Rolle für die Durchlässigkeit der Darmschranke. Jüngere und vermutlich auch ältere Hunde weisen eine erhöhte Darmpermeabilität auf. Dies kann einerseits problematisch sein, andererseits sollte jedoch gerade bei jüngeren Hunden in der Zeit nach dem Absetzen gelegentlich das Futter gewechselt werden, um den Darm und das Immunsystem des Hundes mit einer Vielzahl an Futterantigenen zu konfrontieren und dadurch die Ausbildung einer orale Toleranz zu ermöglichen.

Diagnostik

Inzwischen wird eine Vielzahl an diagnostischen Möglichkeiten angeboten, um eine Futtermittelallergie bei Hunden und Katzen zu identifizieren. Bei Betrachtung der verfügbaren Literatur zu den diagnostischen Tests wird jedoch deutlich, dass es bislang keine geeignete Alternative zur Elimina - tionsdiät (s. u.) gibt. So wird beispielsweise der Nachweis von IgE im Serum von Hunden oder Katzen von verschiedenen Autoren als unspezifisch eingeordnet, und es wird betont, dass keine sichere Diagnose einer Futtermittelallergie durch diesen Test möglich ist. Die Autoren beziehen sich insbesondere darauf, dass keine Korrelation zwischen den IgE-Titern und den Ergebnissen einer Eliminations- bzw. Provokationsdiät bestand. Allerdings wird in einer Arbeit betont, dass bei der Bestimmung von allergenspezifischem Serum-IgE ein hoher „negativer Vorhersagewert“ besteht. So wird die Auswahl von Futtermitteln erleichtert, auf die das Tier höchstwahrscheinlich nicht allergisch reagiert.

Bei dem Nachweis von antigenspezifischem IgE in der Haut (Intrakutantest) werden kleine Antigenmengen in die Haut injiziert. Als positive Reaktion treten Schwellungen und Verhärtungen auf, eventuell kommt es auch zur Erythembildung. Zu berücksichtigen ist bei dieser Nachweismethode, dass es sich bei dem vorhandenen IgE in der Haut nicht unbedingt um das IgE im Darm handeln muss. Der Einsatz des Intrakutantests zur Diagnose einer Futtermittelallergie bei bestehenden gastrointestinalen Beschwerden ist daher nicht unproblematisch. Zudem kann keine Diagnose von nicht-IgE-vermittelten Allergiereaktionen erfolgen. Die Angaben in der Literatur zur Sensitivität und Spezifität des Intrakutantests verdeutlichen, dass dieser allenfalls aufgrund seines „negativen Vorhersagewerts“ zur Aller giediagnostik genutzt werden könnte. Angaben zur Sensitivität („richtig positive Rate eines Tests“) variieren zwischen 10,3 % und 33 %, die zur Spezifität („richtig negative Rate eines Tests“) zwischen 50,5 % und 95,6 %.

Der Nachweis von antigenspezifischem IgE im Kot konnte in einer Humanstudie zeigen, dass bei gesunden Personen kein IgE gefunden wurde, wohingegen ein Nachweis bei 75 % aller Allergiepatienten möglich war. Bislang liegen keine verlässlichen oder aussagekräftigen Daten zu dieser diagnostischen Möglichkeit beim Hund oder bei der Katze vor.

Hautbiopsien scheinen ebenfalls nicht zur Diagnostik einer Allergie bei Hunden und Katzen geeignet. So konnte eine Studie, in der vergleichend Hautbiopsien von Hunden mit einer Atopie, Flohspeichel- oder Futter - mittelallergie genommen wurden, zeigen, dass in allen drei Fällen eine oberflächliche, peri vaskuläre Dermatitis mit mononukleären oder neutrophilen Infiltrationen vorlag und Mastzellen sowie eosinophile Granulozyten nachgewiesen wurden. Der Autor schlussfolgerte, dass die drei Erkrankungen nicht vonein ander unterschieden werden konnten.

Ähnlich ungenaue Ergebnisse scheinen Darmbiopsien innerhalb der Allergiediagnostik zu liefern. Zwar findet sich in der Literatur die Aussage, dass Darmbiopsien zum Nachweis einer immunologisch vermittelten Entzündung geeignet seien, an anderer Stelle wird jedoch gesagt, dass eine lymphoplasmatische und/oder eosinophile Enteropathie auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Inflammatory bowel disease, IBD) oder Antibiotika-assoziierter Diarrhoe vorzufinden sei. Zudem wird darauf hingewiesen, dass akute intestinale Veränderungen nur vorüber - gehend oder nicht spezifisch sein können. Abschließend sollte berücksichtigt werden, dass Darmbiopsien invasiv und in der Praxis eher schwierig umzusetzen sind.

Bei gastroskopischen oder enteroskopischen Tests (colonoscopic aller gen provocation, COLAP) werden Allergene auf die Magenschleimhaut bzw. in die Mukosa des Kolons injiziert. Diese Methode ist allerdings bislang unzureichend untersucht und erprobt, eventuell ist sie zum Ausschluss einer Futtermittelallergie geeignet. Eine sichere Diagnose von Futtermittelallergien erscheint indes mit dieser Methode nicht möglich. Zudem können eventuell auch nur Typ-I-Reaktionen nachgewiesen werden. Insgesamt ist diese Methode fehleranfällig, und, nach Meinung verschiedener Autoren, eher unzuverlässig.

Einen relativ neuen Ansatz in der Diagnostik von Futtermittelallergien von Hunden und Katzen stellt schließlich die Messung der Darmpermeabilität dar. Untersucht wird bei dieser Methode die Reaktion der Darmmukosa auf eine Eliminationsdiät. Nach Verfütterung einer potenziellen „allergenen“ Diät sowie nach Gabe einer Eliminationsdiät erfolgt eine orale Verabreichung von Laktulose/Rhamnose und Xylose/3-O-Methylglycose. Anschließend wird die renale Exkretion dieser Zucker bestimmt. Die bislang vorliegenden Ergebnisse konnten zeigen, dass eine erhöhte Darmpermeabilität bei einer vermuteten Futtermittelallergie gegeben war. Der Einsatz einer Eliminationsdiät führte hingegen wieder zu einer Normalisierung der Darmpermeabilität. Als Vorteil dieser Methode kann der nicht invasive Ansatz angesehen werden. Das Hauptproblem bei diesem Verfahren ist jedoch, dass es bislang keinen kommerziell erhältlichen Assay gibt.

Schließlich wird in der Literatur der Einsatz der Dopplersonographie als eine weitere Möglichkeit zur Diagnose einer Futtermittelallergie genannt. Die bislang einzige publizierte Studie wurde mit insgesamt acht Hunden mit nachgewiesener Futtermittelallergie durchgeführt. Die Dopplersonographie erfolgte im nüchternen Zustand, nach dem Einsatz eines gut verträglichen Futters sowie nach Fütterung der Allergene. Die Autoren fanden signifikante Veränderungen in der Hämodynamik bei Verabreichung der Allergene.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass zwar eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Diagnostik von Futtermittelallergien bei Hunden und Katzen erprobt und zum Teil kommerziell angeboten wird, bislang jedoch kein Verfahren nachweislich adäquate Ergebnisse geliefert hat. Gegebenenfalls können einige Bestimmungen ergänzend eingesetzt werden, um Futtermittel zu ermitteln, die von dem Hund oder der Katze mit relativ großer Wahrscheinlichkeit gut vertragen werden. Als einzige Möglichkeit zur Erkennung und Behandlung von Futtermittelallergien ist nach wie vor die Eliminationsdiät anzusehen (siehe unten).

Schlussfolgerungen für die Praxis

Die Eliminationsdiät eignet sich sowohl zur Diagnose einer Futtermittelallergie als auch einer Futtermittelintoleranz, wobei keine Unterscheidung zwischen diesen beiden Formen der Futtermittelunverträglichkeit ermöglicht wird. In einem ersten Schritt wird eine Proteinquelle gesucht, die von dem Hund oder der Katze gut vertragen wird. Infrage kommen Fleisch, Eier oder Milchprodukte. Wichtig ist, dass das Tier in seinem bisherigen Leben möglichst noch keinen Kontakt mit dem Futtermittel hatte. Die Suchphase sollte mindestens drei Wochen andauern. In einigen Fällen, insbesondere bei einer bestehenden Hautproblematik, kann die Dauer dieser Phase bis zu 12 Wochen betragen, bevor eine eindeutige Aussage über die Verträglichkeit der Proteinquelle getroffen werden kann. Gehen die Allergiesymptome zurück bzw. treten keine allergischen Reaktionen auf, kann im Anschluss eine gut verträgliche Kohlenhydratquelle hinzugefügt werden. Hier eignen sich Reis, Kartoffeln, aber auch Tapioka oder Stärke. Nach einer erneuten Suchphase von mindestens drei Wochen sollte Fett bzw. Öl zu der Ration hinzugefügt werden, um den Bedarf des Tieres mit essenziellen Fettsäuren zu decken. Eingesetzt werden können sowohl tierische Fette (Schmalz, Fischöl) als auch pflanzliche Öle (z. B. Leinöl oder Sonnenblu menöl). Schließlich wird zur Komplettierung der Ration eine Ergänzung mit Mineralstoffen und Vitaminen vorgenommen. Falls es vertragen wird, kann ein vitaminiertes Mineralfutter eingesetzt werden. Manchmal bereitet dies Probleme, da herstellungsbedingt tierische Rückstände in den Produkten vorkommen und allergen wirken können. In diesem Fall sollten verschiedene Einzelfuttermittel kombiniert werden, um den Mineralstoff- und Vitaminbedarf des Tieres zu decken. Zur Kalziumversorgung eignet sich insbesondere kohlensaurer Futterkalk (Kalziumkarbonat). Jodiertes Kochsalz liefert Natrium, Chlorid und Jod und die Verfütterung von Leber stellt weitere Mineralstoffe (u. a. Kupfer) und Vitamine (v. a. Vitamin A) bereit (Abb. 8).

Zur Behandlung einer Futtermittelallergie oder -intoleranz kann neben einer Eliminationsdiät auch ein kommerzielles Alleinfutter versuchsweise eingesetzt werden. Dieses sollte dieselben Kernmerkmale wie eine Eliminationsdiät aufweisen, indem eine definierte Proteinquelle mit möglichst wenigen anderen Komponenten kombiniert wird. Häufig verwendete Fleischsorten sind Lamm, Ente, Kaninchen, Pferd, Wild oder verschiedene Fischsorten (Abb. 9). Ein entscheidender Vorteil beim Einsatz eines kommerziellen Diätfutters ist die konstante und bedarfsgerechte Nähr stoff versorgung. Entsprechende Futtermittel sollten zudem keinen unnötigen Proteinüberschuss aufweisen, da man bei Allergiepatienten allgemein versucht, die Eiweißzufuhr möglichst moderat zu gestalten. Hintergrund ist, dass eine Futtermittelunverträglichkeit zu einer entzündlich bedingten erhöhten Darmpermeabilität führen kann, wodurch ein erhöhtes Risiko besteht, dass die Tiere vermehrt antigenwirksames Material aus dem Darm aufnehmen.

Neben kommerziellen Diätfuttermitteln mit einer ausgewählten Eiweißquelle können auch Futtermittel auf Basis von hydrolysiertem Protein bei Allergiepatienten eingesetzt werden. Hier wird in der Regel Hühnerfleisch, Hühnerleber oder Sojaprotein enzymatisch „vorverdaut“, sodass ein Protein mit einem geringen Molekulargewicht (< 5000 Dalton) resultiert. Diese Proteine sind einerseits leichter verdaulich und weisen andererseits reduzierte antigene Eigenschaften auf. Der mechanistische Hintergrund ist, dass bei einem normal großen Protein eine Quervernetzung zweier IgEMoleküle auf der Oberfläche von Mastzellen stattfinden kann (Abb. 10). Als Folge dieser Quervernetzung kommt es zur Degranulation der Mastzelle und das freigesetzte Histamin vermittelt daraufhin eine allergische Reaktion. Werden hingegen hydrolysierte Proteine eingesetzt, ist das Protein zu klein, um zu einer Quervernetzung der IgE-Moleküle auf der Oberfläche von Mastzellen zu führen. Entsprechend bleibt eine allergische Reaktion aus.

Unabhängig davon, ob eine selbst zusammengestellte oder eine kommerzielle Diät eingesetzt wird, muss der Tierbesitzer darüber aufgeklärt werden, dass während der Testphase keine anderen Futtermittel (z. B. Leckerlis) sowie möglichst auch keine Medikamente in Form von Kautabletten, Mittel zur Prophylaxe gegen Würmer sowie keine Ergänzungen wie Vitaminpräparate oder Chondroprotektiva verabreicht werden dürfen. Letztere können Geschmacksstoffe auf Fleischbasis enthalten und damit potenziell allergen wirken.

Idealerweise sollte im Anschluss an eine erfolgreich durchgeführte Eliminationsdiät eine Provokation mit dem ursprünglich eingesetzten Futter durchgeführt werden. Nur auf diese Weise kann eine Unverträglichkeit gegen ein bestimmtes Futtermittel sicher diagnostiziert werden. In der Praxis ist dieser Punkt allerdings schwierig durchzusetzen, da die Tierbesitzer meist ein solches Vorgehen ablehnen. Zudem ist in der Literatur ein zeitlich sehr variables Wiederauftreten der Symptome nach einer Provokation beschrieben. So gaben einige Autoren eine Zeitspanne von nur wenigen Stunden bis mehreren Tagen an, wohingegen in einer anderen Publikation ein Wiederauftreten der Symptome erst nach acht bis 16 Wochen beobachtet wurde. Schließlich kann auch die Situation eintreten, dass mit einer Eliminationsdiät zwar eine Besserung bzw. Therapie der bestehenden Symptome erreicht wurde, bei einer nachfolgenden Provokation jedoch kein Wiederauftreten der Problematik beobachtet werden kann. In diesem Fall ist die Diagnose einer Futtermittelallergie nicht möglich. Als Gründe für das Ausbleiben von Unverträglichkeitsreaktionen kommen der Einsatz eines nicht ursächlichen Futterproteins für die Provokation (unvollständige Anamnese), eine zu geringe Dauer der Provokation, die spontane Heilung einer eigentlich ursächlichen Erkrankung, die gleichzeitige Elimination anderer Allergene (z. B. Flohspeichel) sowie ein Rückgang der Symptome durch andere diätetische Aspekte der Eliminationsdiät (z. B. hohe Verdaulichkeit) infrage.

Abschließend bleibt die Frage, ob selbst gekochte oder kommerzielle Diäten zur Diagnose und Behandlung einer Futtermittelallergie bzw. -intoleranz besser geeignet sind. Eliminationsdiäten haben den Vorteil, dass sie aus wenigen Komponenten bestehen und die Verträglichkeit jedes Einzelfuttermittels individuell überprüft werden kann. Als Nachteile sind hingegen der unter Umständen hohe Zeitaufwand sowie die insbesondere für Hunde großer Rassen relativ hohen Kosten anzusehen. Weiterhin werden die Tiere zu Beginn der Eliminationsdiät nicht mit allen Nährstoffen bedarfsdeckend versorgt, wohingegen kommerzielle Futtermittel stets den Bedarf des Patienten decken und zudem einen deutlich geringeren Zeitaufwand mit sich bringen. Andererseits können die größere Anzahl an Komponenten in den kommerziellen Diäten oder Herstellungsprozesse, die zu Veränderungen der Antigenstrukturen führen, zu einer weniger guten Verträglichkeit bei den Tieren führen. Letztlich müssen die Vor- und Nachteile einer Eliminations- bzw. kommerziellen Diät mit dem Tierhalter besprochen werden, um auf diese Weise eine individuelle Lösung für den Patienten zu finden.

Fallbeispiele*

(*Die Fälle wurden im Rahmen der „Ernährungsberatung für Haus- und Nutztiere“ des Instituts für Tierernäh rung der Freien Universität Berlin erhoben. Es werden keine Daten zum Patientenbesitzer angegeben).

Fallbeispiel 1

Es wurde eine zwölfjährige Katze der Rasse Europäisch Kurzhaar mit einem aktuellen Körpergewicht von 6,5 kg vorgestellt.

Vorberichtlich wies diese Katze einen kreisförmigen Haarausfall (Durchmesser: 3-6 cm) an mehreren Körperstellen auf. Hinzu kamen Juckreiz und entzündliche Hautveränderungen. Die Problematik trat vor allem im Sommer auf, ein Flohbefall konnte ausgeschlossen werden. Die Katze wurde in der Vergangenheit mehrmals mit Cortison behandelt, wodurch die Symptomatik deutlich zurückging.

Als Diagnose wurde eine Futtermittelallergie attestiert.

Differentialdiagnostisch kommen für eine Alopezie mit oder ohne Juckreiz verschiedene Möglichkeiten infrage (Abb. 11). Allergische Reaktionen (Flohallergie, Atopie, Futtermittelallergie, Kontaktallergie) sind ebenso möglich wie Infektionen (Bakterien, Pilze, Hefen, Parasiten). Daneben kommen kongenitale, psychogene (Katze), immunvermittelte (discoidaler Lupus erythematodes (DLE), systemischer Lupus erythematodes (SLE), Pemphigus), neoplastische oder endokrine Erkrankungen ursächlich infrage. Schließlich können auch Nährstoffmängel, insbesondere mit Zink, essenziellen Fettsäuren oder Vitamin A, Haar- und Hautprobleme bedingen. Als Empfehlung wurde der Besitzerin geraten, zunächst die neben einer Futtermittelallergie infrage kommenden Ursachen für die Haar- und Hautveränderungen der Katze weiter abklären zu lassen. Zudem wurde vor - geschlagen, ein kommerzielles Diätfutter einzusetzen (z. B. „Royal Canin Hypoallergenic“, „Hill´s Prescription Diet z/d ULTRA Allergen-Free“, „Royal Canin Sensitivity Control“, „Hill´s Prescription Diet d/d“) und darauf hingewiesen, dass zunächst keinerlei Leckerlis gegeben werden dürften.

Als Rückmeldung wurde von der Besitzerin angegeben, dass die Katze die kommerziellen Diätfuttermittel nicht gefressen hat.

Daraufhin wurde mit der Besitzerin besprochen, eine Eliminationsdiät durchzuführen. Als Proteinquelle sollte zunächst Pferdefleisch (280 g/Tag) über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen eingesetzt werden. Die Katze hat schließlich nach mehreren Wochen eine deutliche Besserung der Symptomatik gezeigt. Daraufhin konnte in einem nächsten Schritt der Einsatz einer Kohlenhydratquelle versucht werden. In Tab. 1 wird die endgültige (bedarfsdeckende) Ration für die Katze dargestellt.

Tab. 1: Tagesration für eine Katze (6,5 kg) mit einer vermuteten Futtermittelallergie.

  Futtermengen (g)
Pferdefleisch  
Leber (Pferd)  
Kartoffeln, gekocht  
Öl  
Futterzellulose  
Jodiertes Kochsalz  
Vitaminiertes Mineralfutter1  
Kalziumkarbonat (Futterkalk)2  

1 Vitakalk (www.marienfelde.de/vitakalk/index.php)
2 Zu erwerben in der Apotheke

Fallbeispiel 2

Es wurde eine Pudelhündin mit einem Körpergewicht von 26,6 kg vorgestellt.

Vorberichtlich zeigte die Hündin in der Vergangenheit Haarausfall, Pickel und Krustenbildung. Das Vorliegen einer Futtermittelallergie wurde vermutet und der Einsatz eines kommerziellen Diätfutters empfohlen. Zudem wurde von der Besitzerin ermittelt, welche Futtermittel von der Hündin gut vertragen wurden (Hirse, Ziegenmilch, rohes Rindfleisch, Pferdefleisch, alle Gemüse- und Obstsorten, gekochter Fisch, Joghurt, Kartoffeln). Die aktuelle Fütterung sah wie folgt aus:

  • Trockenfutter von „Vet-Concept“ (Salmon Pack = Lachs + Kartoffeln), 300– 320 g/Tag
  • Zusätzlich täglich: 8 ml Lachs-Hanf-Öl + 10 mg „Biotin-Komplex“ (20 mg Vit. B1, 50 mg Vit. B2, 20 mg Vit. B6, 1.000.000 mcg Biotin, 200 mg Niacin, 200 mg Pantothensäure, 1.000 mg Zink, 100 mg Kupfer)

Die Frage der Besitzerin lautete: „Meine Frage ist insgesamt, ob diese Form des „Allergikerfutters“ als gewisse Einseitigkeit auf Dauer Mangelerscheinungen hervorrufen kann. Wie könnte / muss diesen vorgebeugt werden?“ Als Empfehlung wurde angegeben, dass die ausschließliche Fütterung des Trockenfutters möglich sei, ohne dass Mangelerscheinungen zu erwarten wären, da es sich bei dem Futter um ein Alleinfutter handele. Die zusätzliche Gabe von Lachs-Hanf-Öl könnte möglicherweise noch zusätzliche positive Effekte auf das Entzündungsgeschehen haben, da Lachsöl reich an n-3-Fettsäuren ist, die entzündungshemmend wirken (Abb. 12).

Alternativ zu dem Alleinfutter könne auch eine selbst zusammengestellte Ration mit den nachweislich gut verträglichen Futterkomponenten (s. o.) ein gesetzt werden. Als Vorschlag wurden drei Rationen berechnet (Tab. 2).

Tab. 2: Fallbeispiel 2: Ration für einen Hund (26,6 kg) mit einer vermuteten Futtermittelallergie.

  Ration 1 Ration 2
Futtermengen in g
Ration 3
Pferdefleisch 300 - -
Rindfleisch (Keule) - 280 350
Hirse 260 200 -
Kartoffeln (gekocht) - - 600
Öl 15 13 20
Futterkalk (Kalziumkarbonat) 5 5 3,5
Jodiertes Kochsalz 3 3 2,5
VMP-Tabletten 5 5 8
Vitaminiertes Mineralfutter2 - - 2

1 Vitakalk (www.marienfelde.de/vitakalk/index.php)

Fallbeispiel 3

Ein 17 Monate alter Dalmatiner mit einem Körpergewicht von 32 kg wurde telefonisch vorgestellt.

Vorberichtlich zeigte der Hund Durchfall und es wurde eine Futtermittelallergie vermutet. Der Besitzer wünschte eine Umstellung auf Rohfütterung (BARF).

Differentialdiagnostisch kommen für Durchfallerkrankungen vielfältige Ursachen infrage (Abb. 13). Grundsätzlich kann zunächst zwischen infektiösen (Giardien, Histoplasmen, Salmonellen, Campylobacter etc.) und nichtinfektiösen Ursachen unterschieden werden. Bei den nicht-infektiösen Ursachen kommen metabolische Erkrankungen (z. B. Lebererkrankungen), diätetische Mechanismen (Futtermittelallergie bzw. -intoleranz) sowie verschiedene Darmerkrankungen (strukturell, funktional, entzündlich, neo plastisch, bakterielle Fehlbesiedlung) in Betracht. Zudem kann auch eine exokrine Pankreasinsuffizienz mit Durchfall bei Hunden und Katzen einhergehen, da bei dieser Erkrankung die Nährstoffverdauung beeinträchtigt ist, sodass unverdaute Nährstoffe vermehrt in den Dickdarm gelangen, wo sie Dysbiosen und nachfolgend Durchfall hervorrufen können.

Als Empfehlung wurde angegeben, dass grundsätzlich eine Rohfütterung möglich sei, bei dieser Fütterungsmethode allerdings beachtet werden sollte, dass die Rationen aufgrund des verstärkten Einsatzes von Fleisch häufig sehr proteinreich sind. Dies ist, wie oben bereits beschrieben, bei der Ernährung von Allergiepatienten eher kontraindiziert. Es wurde eine entsprechende Ration für den Hund berechnet (Tab. 3), die gut von dem Hund vertragen wurde. Durchfall trat nachfolgend nicht mehr auf. Die Tabellen 4 und 5 zeigen Rationsvorschläge für Hunde mit einer Futtermittelallergie bzw. -intoleranz auf. Hierbei werden in Tabelle 4 die täglichen Futtermengen für einen 15 kg schweren Hund angegeben, in Tabelle 5 finden sich dann die entsprechenden Multiplikationsfaktoren für Hunde mit einem abweichenden Körpergewicht.

Tab. 3: Tagesration für einen Hund (32 kg) mit einer vermuteten Futtermittelallergie.

  Tagesration
(Futtermengen in g)
Putenfleisch (Brust) 350
Leber (Pute) 5
Frischkäse/Hüttenkäse (20 % Fett i. d. TS) 200
Haferflocken (entschälte Körner) 140
Öl 19
Apfel 200
Banane 200
Möhre 300
Gurke 100
Jodiertes Kochsalz 4
Kalziumkarbonat (Futterkalk) 6
VMP-Tabletten 6

Rezeptvorschläge für die Praxis

In den Tabellen 6 und 7 finden sich Rationsvorschläge für Katzen mit einer Körpermasse von 3, 5 und 7 kg.

Tab. 4: Futtermengen (g/Tag) für einen Hund mit einer Körpermasse von 15 kg (Quelle: Meyer und Zentek, 2010).

Futtermittel Ration 1 Ration 2
Futtermengen in g
Ration 3
Pferdefleisch 90    
Kaninchenfleisch   105  
Schaffleisch     175
Leber (von der jew. Tierart) 50 25 25
  Reis, geschält (Trockengewicht)   140  
+ Reis, ungeschält (Trockengewicht)   +40  
Maniok (Tapioka)     220
Fett / Öl 7,5 7,5 15
Zellulose   Im Bedarfsfall 5-10 g  
Kalziumkarbonat 2 2 2
Kalziumphosphat 2 3 3
Jod. Kochsalz 1 1,5 1,5
Zinksulfat (x 7 H2O) 0,1 0,1 0,1

 

 

Tab. 6: Tagesration auf Basis von Pferdefleisch für eine Katze mit einer Körpermasse (KM) von 3, 5 oder 7 kg.

  3 kg KM Futtermengen
5 kg KM

Futtermengen in g
7 kg KM
Pferdefleisch 120 170 201
Leber (Pferd) 5 5 5
Öl 3 3 4
Futterzellulose 1 1 1
Jodiertes Kochsalz 0,5 0,8 1
Vitaminiertes Mineralfutter1 0,5 0,5 1,2
Kalziumkarbonat (Futterkalk)2 0,5 0,8 0,8

1 Vitakalk (www.marienfelde.de/vitakalk/index.php)
2 Zu erwerben in der Apotheke

 

Kategorie⇨ Innere Medizin
SpeziesHund, Katze
Hauptautor(en)Redaktion schaefermueller publ.
Redaktionelle BearbeitungRedaktion schaefermueller publ.; siteadmin
Zuletzt bearbeitet2019-07-03 13:34:11 von siteadmin
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