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Hundestaupe(f)
DefinitionHochkontagiöse, multiorganische Virus-Infektionskrankheit (Paramyxovirus) bei Hund, Wolf, Dingo, Schakal, Frettchen, Nerz, Wiesel, Waschbär. Die Hundestaupe tritt trotz langjähriger Impfmaßnahmen immer wieder auf. Klinische Symptome können sich im Respirationstrakt, im Gastrointestinaltrakt und im ZNS manifestieren. Der Schweregrad der Symptome variiert von geringgradig bis hochgradig. Bei geimpften oder auf andere Weise immunisierten Hunden können nur respiratorische Symptome zu beobachten sein. Dadurch kommt der Staupe große Bedeutung als Differentialdiagnose des Zwingerhustens zu.
Details

(Hunde -) Staupe

Äthiologie
Klinik
Diagnose
Differentialdiagnose
Therapie
Prognose
Literatur
 

Äthiologie

Durch ein Paramyxovirus (RNA-Virus) induzierte, multiorganische Infektionskrankheit bei Hund, Wolf, Dingo, Schakal, Frettchen, Nerz, Wiesel, Waschbär, Robben. Das canine Staupe Virus (CSV) gehört zum Genus Morbilliviridae, das eng verwandt ist mit dem Masernvirus des Menschen, dem bovinen Rinderpestvirus und dem Seehund-Staupevirus.

Klinik

Die Ansteckung erfolgt oral oder aerogen und durch Sektrete oder Exkrete erkrankter Tiere. Betroffen sind Tiere jeden Alters.
Klassischer Krankheitsverlauf: Nach einer Inkubationszeit von 3-7 Tagen, befallen die Viren das lymphatische Gewebe des Rachenrings und der Bronchiallymphknoten - damit beginnt das 

1. Stadium der Virämie mit Anstieg der Körpertemperatur für 1-2 Tage auf 40° C und höher. 

Symptome: remittierendes Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall und seröser Augen- und Nasenausfluss. 

Nachdem die Temperatur in den Normalbereich gefallen ist, wird das 

2. Stadium der Organmanifestation mit erneutem Anstieg der Körpertemperatur und Auftreten von sekundären bakteriellen Infektionen mit unterschiedlicher Organbeteiligung eingeleitet. Bei der katarrhalischen Form tritt eitriger Augen- und und 

Nasenausfluss auf sowie Husten, Niesen und Durchfall; die gastrointestinale Form verläuft mit Durchfall, Erbrechen, Dehydrierung: bei der respiratorischen Form sind die oberen Atemwege in Mitleidenschaft gezogen, Husten, Nasenausfluss, Bronchitis, Bronchopneumonie sind zu beobachten. die Hautform ist gekennzeichnet durch Vesikel und Pusteln mit starker Rötung an der Innenseite der Oberschenkel und Ohren.

Bei Erkrankungen während der Dentition kann es zu Zahnschmelzdefekten kommen. Hard pad disease, eine spezielle Form der Staupe, wird selten beobachtet. Sie ist durch eine Hyperkeratose der Ballen und des Nasenspiegels gekennzeichnet (Abb. 1).

Hartballenkrankheit, Hard Pad Disease
Abbildung 1  Hard Pad Disease / Hartballenkrankheit

Im 3. Stadium, der nervösen Form der Staupe, folgen tonisch-klonische Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, erhöhte Aggressivität, rhythmische Myoklonie - bekannt als Staupe-Tic - sowie Lähmungen.

Spätfolge einer Staupeinfektion kann bei älteren Hunden selten zu eine chronisch fortschreitenden Enzephalitis sein – sogenannte Old Dog Encephalitis (ODE). Das Staupevirus persistiert in diesen Fällen dauerhaft Gehirn und verursacht progressive neurologische Symptome. Viren werden in diesem Stadium keine ausgeschieden.

Diagnose

Ein klinischer Verdacht kann bei entsprechenden Symptomen und einer fehlenden oder unvollständigen Grundimmunisierung geäußert werden. Serologische Untersuchungen sind bei geimpften Tieren ohne Bedeutung, da nicht zwischen Antikörpern einer Infektion oder Impfung unterschieden werden kann. Ein direkter Virusnachweis im Blut kann in der Spätphase der Infektion negativ ausfallen, wenn die virämiscne Phase bereits vorüber ist. Am sichersten kann die Diagnose am lebenden Tier durch einen Nachweis der Virus-RNA mittels RT-PCR im Blut und Liquor cerebrospinalisgestellt werden. Da die Viruslast während einer Infektion deutlich höher ist als nach einer Impfung, lässt sich mit einer quantitativen RT-PCR auch bei geimpften Hunden eine Infektion nachweisen, lediglich im Anfangsstadium einer Infektion können falsch positive Befunde auftreten. Bei Spätformen nach überstandener epithelialer Manifestation sind der Virusnachweis im Urin oder im Liquor am sinnvollsten zur Diagnosesicherung.

Bei toten Tieren kann die Diagnose anhand einer Vakuolisierung sowie durch den Nachwei eosinophiler Einschlusskörperchenim Zellkern (intranukleär) von Gliazellen oder in den Epithelzellen des Verdauungs-, Atmungs- oder Harntrakts gestellt werden.

Differentialdiagnose

(Respiratorische Form) Adenovirus-2 oder Zwingerhustenkomplex, Parasitosen, Toxoplasmose.
(Durchfall-Form) Parvovirose, Leptospirose, Infektiöse Canine Hepatitis,
(nervöse Form der Staupe) Granulomatöse Enzephalitis, Toxoplasmose, Tollwut, Epilepsie, Hepathoenzephalopathie, Bleivergiftung 

Therapie

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Kategorie⇨ Innere Medizin
SpeziesHund
Hauptautor(en)Redaktion schaefermueller publ.
Redaktionelle BearbeitungRedaktion schaefermueller publ.
Zuletzt bearbeitet2019-09-12 12:18:02 von Redaktion schaefermueller publ.
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